Die Kantonale Bodenüberwachung (KaBo) ist ein langfristiges Monitoringprogramm der Fachstelle Bodenschutz (FaBo). Seit 1995 beproben und analysieren wir die Böden regelmässig an über 500 Standorten im Kanton Zürich. Ziel ist es, den Zustand und die Entwicklung verschiedener chemischer und physikalischer Eigenschaften des Bodens abzubilden. Die KaBo fokussiert nicht auf einzelne Standorte, sondern vermittelt ein Gesamtbild über den Kanton.
Daten
Beschreibung
Der Datensatz enthält Messdaten
zu rund 500 Standorten mit den Nutzungsarten Acker, Grünland und Wald.
von 5 Zeitpunkten (von Messperiode 6 ist die Beprobung abgeschlossen, die Analysen liegen noch nicht vollständig vor)
für die Schwermetalle Cadmium, Chrom, Kupfer, Quecksilber sowie
den Gehalt an organischer Substanz und den pH-Wert
Weitere Messparameter sind in den Daten enthalten, wurden aber bisher nicht ausgewertet.
Nicht alle Parameter liegen an allen Standorten und Tiefen lückenlos vor. Sind Schwermetallgehalte so niedrig, dass sie unterhalb der technischen Bestimmungsgrenze liegen, wird ein Platzhalterwert angegeben.
Datenquelle: Die Daten zu einzelnen Standorten lassen sich im GIS-Browser im Layer “Kantonale Bodenüberwachung” abfragen. Die Übersicht zu allen Standorten wurde von der Fachstelle Bodenschutz lokal erzeugt und ist zurzeit nicht frei verfügbar.
Analyseziele
Zustand: Für die Schwermetalle wird dargestellt und beschrieben, wie die Werteverteilung (Mittelwert und üblicher Bereich = mittlere 80 % der Werte) zum aktuellsten Messzeitpunkt aussieht.
Entwicklung: Für die Parameter organische Substanz sowie pH-Wert wird dargestellt, wie sich der mittlere Wert seit Beginn der Überwachung entwickelt hat
Die für die Bodendatenbank der Fachstelle formatierten Rohdaten wurden in ein einfach lesbares, einheitliches Format vereinfacht und unnötige Spalten entfernt. Die aufbereiteten Daten können nun hier als Textfile betrachtet werden.
Ergebnisse
Zustand Schwermetalle
Im folgenden sind die Messwerte für den Oberboden der Schwermetalle Cadmium (Abb. 1), Chrom (Abb. 2), Kupfer (Abb. 3) und Quecksilber (Abb. 4) aus der letzten vollständig vorliegenden Überwachungsperiode (2015-2019) abgebildet und der auf den KaBo-Standorten gefundene übliche Wertebereich tabellarisch zusammengefasst (Tab. 1 für Cadmium, Tab. 2 für Chrom, Tab. 3 für Kupfer und Tab. 4 für Quecksilber.
Die gelbe Linie “RW” steht für die Höhe des Richtwerts nach Verordnung über Belastungen des Bodens (VBBo). Vereinzelt liegen Extremwerte ausserhalb des abgebildeten Bereichs vor.
Abb. 1: Verteilung der Cadmium-Gehalte in Oberböden unterschiedlicher Nutzung
Tab. 1: Üblicher Wertebereich für Cadmiumgehalte in Oberböden [ppm]. tief und hoch bezeichnen das 10. und 90. Quantil der Werte
Anz.
tief
Median
hoch
Acker
226
0.17
0.27
0.38
Grünland
103
0.21
0.32
0.50
Wald
179
0.08
0.15
0.31
Abb. 2: Verteilung der Chrom-Gehalte in Oberböden unterschiedlicher Nutzung
Tab. 2: Üblicher Wertebereich für Chromgehalte in Oberböden [ppm]. tief und hoch bezeichnen das 10. und 90. Quantil der Werte
Anz.
tief
Median
hoch
Acker
226
18.4
26.6
39.2
Grünland
103
22.3
30.6
43.4
Wald
179
0.0
22.9
30.0
Abb. 3: Verteilung der Kupfer-Gehalte in Oberböden unterschiedlicher Nutzung
Tab. 3: Üblicher Wertebereich für Kupfergehalte in Oberböden [ppm]. tief und hoch bezeichnen das 10. und 90. Quantil der Werte
Anz.
tief
Median
hoch
Acker
226
14.3
19.7
30.1
Grünland
103
12.2
17.8
25.7
Wald
179
5.6
8.9
14.1
Abb. 4: Verteilung der Quecksilber-Gehalte in Oberböden unterschiedlicher Nutzung
Tab. 4: Üblicher Wertebereich für Quecksilbergehalte in Oberböden [ppm]. tief und hoch bezeichnen das 10. und 90. Quantil der Werte
Anz.
tief
Median
hoch
Acker
226
0.03
0.05
0.08
Grünland
103
0.05
0.07
0.12
Wald
179
0.00
0.00
0.00
Für viele Schwermetalle zeigt sich, dass die Belastungen mit zunehmender Bearbeitung der Böden tendenziell zunehmen. So sind Waldböden in der Regel mit Abstand am wenigsten belastet. Generell sind nur vereinzelt Böden so stark belastet, dass sie Beurteilungswerte überschreiten.
Diese Auswertung deckt nur eine Auswahl von Schwermetallen ab, deren Eintrags- und Austragswege unterschiedlich sind.
Entwicklung Kennwerte
Ein wichtiges Ziel der Dauerüberwachung ist das Erkennen von möglichen Veränderungen im Boden. Anhand der Kennwerte organische Substanz (“Humusgehalt”, Abb. 5) und pH-Wert (Abb. 6) wird der Verlauf der Messwerte seit Aufnahme der Dauerüberwachung dargestellt. Da Prozesse in Böden oft stetig und langsam ablaufen, sind Veränderungen oft erst nach langer Zeit sicher festzustellen. Umso wichtiger ist ein langfristiges und standardisiertes Messnetz.
Abb. 6: Entwicklung des pH-Werts in Oberböden unterschiedlicher Nutzung
Beim pH-Wert sind keine klaren Entwicklungen zu sehen. Die Mittelwerte bewegen sich in der Spannbreite von einer halben pH-Einheit.
Schlussfolgerungen
Der Datensatz der Kantonalen Bodenüberwachung umfasst eine Vielzahl von Parametern
Diese wurden hier nur exemplarisch beschrieben.
Die Unterteilung nach Standortnutzung ist sinnvoll, zeigen sich doch teils deutliche Unterschiede sowohl in der absoluten Wertverteilung, als teilweise auch in der Entwicklung über die Zeit.
Durch die oft langsamen Prozesse im Boden sind auch Veränderungen erst nach längerer Zeit sicher erkennnbar.
Neben der Nutzungsart können die Daten anhand weiterer Standorteigenschaften gruppiert und ausgewertet werden. Somit lassen sich weitere Faktoren finden, welche auf die Qualität unserer Böden Einfluss haben.